Liebe Krimi-Leserin, lieber Krimi-Leser,

 

die (An-)Spannung bleibt, vielleicht wird sie sogar noch stärker? Bei uns in jedem Falle. Schon heute haben wir Ihnen zu danken. Der Vorverkauf hat dank Ihres Interesses sehr erfolgreich begonnen. Wir freuen uns sehr über die zahlreichen Buchungen.

 

An den bekannten Festival-Vorverkaufsstellen erhalten Sie auch weiterhin das aktuelle Programm-Magazin mit 76 Seiten, natürlich gratis. In diesem Jahr das erste Mal mit einem Exklusiv-Interview, das wir mit einem dänischen Kriminalschriftsteller geführt haben. Lassen Sie sich überraschen.

 

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit Ihnen.

 

 

Eine gute (Krimi-)Zeit Ihnen und herzliche Grüße

 

Volker Albers

Harald Butz

Programmleitung

Hamburger Krimifestival

 


  • Countdown zum
    12. Hamburger Krimifestival
  • Tage
  • Stunden
  • Minuten und
  • Sekunden

Karten gibt es in allen Heymann-Buchhandlungen, in der Hamburger Abendblatt-Geschäftsstelle Mo bis Fr 9 bis 19 Uhr Sonnabend 10 bis 16 Uhr oder unter der Abendblatt-Tickethotline 040 30309898 Mo bis Fr 8 bis 19 Uhr Sonnabend 8 bis 16 Uhr.

Neuigkeiten vom Hamburger Krimifestival

Die Krimi-Kolumne von Volker Albers

Do

04

Okt

2018

Krimi-Kolumne: "Sörensen fängt Feuer"

Unser Programmmacher Volker Albers ist nicht nur ein wahrer Krimi-Fan - sondern er schreibt zudem auch die Krimi-Kolumne für das Hamburger Abendblatt. Was er von Sven Stricker's "Sörensen fängt Feuer" hält?

 

 

mehr lesen

So

02

Sep

2018

Politthriller - Die letzte Terroristin - André Georgi

 

Mit „Die letzte Terroristin“ (Suhrkamp, 362 Seiten, 14,95 Euro) hat der Drehbuchautor André Georgi einen außerordentlichen Politthriller geschrieben.

 

 

 

mehr lesen

Di

14

Aug

2018

Krimikolumne - Nora Luttmer

Ein in gewisser Weise offenes Ende setzt auch die Hamburger Autorin Nora Luttmer in „Dunkelkinder“ (Knaur, 318 S., 14,99 Euro). Ihre Kommissarin Mia Paulsen bekommt es mit einem alten Fall zu tun. Zwei Jahre zuvor ist im Raakmoor die Leiche eines Jungen gefunden worden, bis heute konnte seine Identität nicht geklärt werden. Als Paulsen zum Fundort fährt, begeht sie dort einen folgenreichen Fehltritt – und findet sich in einer Geschichte wieder, in der es um illegalen Drogenanbau in einem ehemaligen Weltkriegsbunker geht und um eine Art von Kindesmissbrauch. Luttmer entwickelt ihre Handlung facettenreich auf mehreren Erzählebenen – aus der Perspektive der Kommissarin, aus der eines Jungen und aus der einer vietnamesischen Restaurantbesitzerin, die von allen nur „Tante Lien“ genannt wird. Lien ist eine zwielichtige, gleichwohl die faszinierendste Figur in diesem spannenden, dramaturgisch gut gebauten Kriminalroman.

Nora Luttmer liest am 7.11. beim 12. Hamburger Krimifestival auf Kampnagel. Vvk. Beginnt am 1.9.2018

 

Text: Volker Albers

 

Das Buch von Nora Luttmer ist bei der Buchhandlung Heymann erhältlich 

mehr lesen

Di

07

Aug

2018

Krimikolumne - Gard Sveen

Der norwegische Autor Gard Sveen hat sich mit seinem dritten Kriminalroman „Der einsame Bote“ (Dt. v. Günther Frauenlob, List, 304 S., 15 Euro) in die europäische Thriller-Elite geschrieben. Die Geschichte – es eine Art Fortsetzung von Sveens Roman „Teufelskälte“ – führt Kommissar Tommy Bergmann bei seiner Suche nach einem Kindsmörder von Oslo aus nach Litauen, wo er einer Sekte auf die Spur kommt, die ihren Mitgliedern Erlösung durch grausige Körperrituale verspricht. Bergmann hofft, dort ein seit Monaten vermisstes Mädchen zu finden, ein Mädchen, das vor Kurzem für tot erklärt worden ist. Doch Bergmann ist ein besessener Polizist, der allen offiziellen Verlautbarungen misstraut und auf schon skrupellos konsequente Weise seinen eigenen Plan verfolgt. Ein bedingungsloser Einzelgänger ist dieser Ermittler, alles andere als ein Sympathieträger, dennoch eine Figur, die einen mitfiebern lässt. Sveen versteht es dabei, eine derart dramatische Spannung aufzubauen, die seinen Roman zu einem echten page turner werden lässt. Gleichwohl: Es ist eine wahrhaft schreckliche und dezidiert grausame Geschichte, die Sveen, Staatswissenschaftler und einstiger Berater des norwegischen Verteidigungsministeriums, erzählt. Und auch hier bleiben – wie in „Teufelskälte“ – am Ende einige Fragezeichen. Fortsetzung folgt?

 

Text: Volker Albers

 

Das Buch ist bei der Buchhandlung Heymann erhältlich.

mehr lesen

Di

31

Jul

2018

Krimikolumne - Tim Erzberg

Vom Hamburg der 20er-Jahre des vorigen Jahrhunderts geht es nach Helgoland, wo Tim Erzberg auch seinen zweiten Kriminalroman „Sturmfeuer“ (HarperCollins, 384 S., 15 Euro) angesiedelt hat. Während einer Jugendregatta vor der Nordseeinsel verschwindet ein Junge, zehn Jahre ist er alt. Niemand kann sich erklären, wie das passieren konnte. Von dem Jungen fehlt jede Spur, die Eltern sind verzweifelt, die Polizei ist ratlos. Nur wenig später stirbt ein weiterer Mensch, der Vater des Jungen hat sich offenbar von den Klippen ins Meer gestürzt. Oder ist er gestoßen worden? Zwei Tote in kurzer Zeit, und das auf dieser friedlichen, kleinen Insel? Die Polizistin Anna Krüger, auf Helgoland aufgewachsen und erst vor Kurzem in ihre Heimat zurückgekehrt, glaubt nicht an Zufälle. Ihre Spurensuche führt sie schließlich weit zurück in das Jahr 1945, als alliierte Bomber die Insel in Schutt und Asche legten. Man erfährt viel über Helgoland in Tim Erzbergs gut geschriebenem Kriminalroman, wobei das Insel-Atmosphärische die Spannung ein wenig überlagert. Aber den Hamburger Journalisten, der auf der Insel recherchiert, ausgerechnet Ulrich Weikert zu nennen, da hätte dann doch das Lektorat einschreiten dürfen…

Tim Erzberg liest am 9.11. beim 12. Hamburger Krimifestival auf Kampnagel. Vvk. beginnt am 1.9.2018

 

Text: Volker Albers

 

Das Buch Sturmfeuer ist bei unserem Mitveranstalter - der Buchhandlung Heymann - erhältlich 

mehr lesen

Heute: Aisha" von Jesper Stein

 

Mit seinem Kommissar Axel Steen hat der dänische Autor Jesper Stein einen im speziellen Wortsinne fertigen Charakter erfunden. Steen kokst, ist überhaupt abhängig von Drogen und hat mehr als dubiose Kontakte in kriminelle Kreise – und er hat eine junge Tochter, um die er sich allerdings eher wenig kümmert. In Steins wuchtigem Kriminalroman „Bedrängnis“ von 2016 werden Steen diese unseligen privaten und beruflichen Verquickungen und Süchte beinahe zum Verhängnis.

 

In „Aisha“ (KiWi, Dt. v. Patrick Zöller, 555 Seiten, 9,99 Euro) nun hat sich Steen ein wenig gefangen, er scheint von den Drogen loszukommen und hat auch wieder seine Tochter mehr im Blick. Ein äußerst brutaler Mord kommt ihm in dieser dämmernden Harmonie allerdings in die Quere: Ein alter Mann ist in seinem Luxus-Penthouse ermordet worden. Gefesselt auf einem Stuhl sitzt er da, starr ist sein Blick ins Leere gerichtet.

„Der Tote hatte Blut geweint“, schreibt Stein als ersten Satz seines temporeichen und klug konstruierten Romans.

 

Das Problem für Steen und seine Kollegen ist nicht nur die Art und Weise, wie der Mann zu Tode gekommen ist, sondern vor allem: Der Tote war früher Mitarbeiter des dänischen Geheimdienstes PET, was die Sache natürlich umso brisanter macht. Warum sind dem Mann die Augen geöffnet worden? Was sollte er sehen, wohin sollte er zurückblicken? Oder was scheint das Ermittlerteam zu übersehen? Als kurz darauf ein weiterer ehemaliger PET-Mitarbeiter stirbt, entdeckt Steen eine alte Akte über einen Jahre zurückliegenden Anti-Terror-Einsatz des PET. Beide Tote waren damals involviert. Und nicht nur sie: Auch Steens Freundin und sein Chef waren in die Aktion eingebunden. Die Ermittlungen werden für Axel Steen zu einer Gratwanderung, denn klar ist: Hier hat auch die Politik ihre Finger im Spiel. Und eine junge Frau, die dem Roman seinen Titel gegeben hat.

Ein packender Thriller um Macht, Gier, Lüge und Intrigen.

 

 

Jesper Stein liest am 7.11. beim Hamburger Krimifestival. Karten zu 15,50 Euro bei Heymann und in der HA-Geschäftsstelle, Großer Burstah 18-32; T. 040/30309898

 

 

Do

04

Okt

2018

Krimi-Kolumne: "Sörensen fängt Feuer"

Unser Programmmacher Volker Albers ist nicht nur ein wahrer Krimi-Fan - sondern er schreibt zudem auch die Krimi-Kolumne für das Hamburger Abendblatt. Was er von Sven Stricker's "Sörensen fängt Feuer" hält?

 

 

Sörensen hat es nicht leicht. Einst im Dienst des Landeskriminalamts Hamburg, hat es ihn in die nordfriesische Provinz verschlagen, ins vermeintlich heimelige Katenbüll. Dort erhofft er sich die nötige Ruhe für Geist und Seele, denn Sörensen leidet unter einer Angststörung. Was für einen Kommissar natürlich ein eher ungünstiger psychischer Defekt ist – wie sich in „Sörensen hat Angst“ bereits andeutete, Sven Strickers erstem pointiert spannendem Kriminalroman, dem jetzt der zweite, „Sörensen fängt Feuer“, gefolgt ist.

Nun ist es seit Jahren üblich, dass fiktive Kommissare gern mit einigen charakterlichen Sonderlichkeiten ausgestattet werden. Aber eine Angststörung? „Ich hatte eigentlich erst die ,Macke’ und brauchte dann die passende Figur dazu“, erzählt Sven Stricker. „Ich wollte aufgrund persönlicher Erfahrungen über den möglichen Verlauf einer Angststörung berichten, ohne Betroffenheitston, aus der Perspektive eines Mannes, der sich durchaus auch mit Selbstironie gegen die Krankheit behauptet.“ Was ist in den beiden Romanen trefflich gelungen ist.

Stricker, 1970 in Tönning geboren, ist mehrfach ausgezeichneter Hörspielregisseur und Autor. Und so war die Figur des Sörensen ursprünglich auch für ein Hörspiel geplant. Mit dem Schauspieler Bjarne Mädel als Sörensen. „Ich wollte unbedingt noch einmal mit Bjarne Mädel arbeiten“, sagt Stricker. Was auch passierte – und aus dem Hörspielmanuskript wurde dann aber ein Roman. Und in naher Zukunft soll daraus ein Film werden, in der Hauptrolle: Bjarne Mädel.

Stricker erzählt brillant und mit feinem Sinn für Tragikomik von Menschen, die alle in ihrem kleinen alltäglichen Kosmos gefangen sind – sei es die Familie, der Job, die Krankheit oder seien es sektenähnliche Strukturen, in deren rigiden Verhaltenskodices Menschen zu Opfern werden. Und zu Leichen. Denn wer ausbricht aus dem religiösen Kreis, wird zum Freiwild.

Ich wollte darauf hinaus, dass es an und für sich keine Rolle spielt, welchem Glauben man so derart verfällt, dass man sich radikalisiert. Es muss nicht mal der Glaube an Gott, Allah oder irgendwelche anderen Götter oder Götzen sein.“ Für Sven Stricker ist der Mensch immer auf der Suche nach Käfigen, weil die Freiheit ihm letztlich Angst macht.

In „Sörensen fängt Feuer“ bekommt es die Titelfigur mit einem an die Seele gehenden Fall zu tun: Alles beginnt mit einem jungen Mädchen, das offenbar orientierungslos durch die kalte friesische Nacht irrt. Es ist Dezember, Weihnachten ist nicht mehr weit. Das Mädchen trägt lediglich ein dünnes Hemd, es ist verwirrt, und es ist blind, wie der junge Musiker Ole erkennen muss, vor dessen Auto das Mädchen läuft. Und das Mädchen schweigt hartnäckig. Als Sörensen und sein Team zu ermitteln beginnen, machen sie eine grausige Entdeckung: Das vielleicht 18-jährige Mädchen hat ihr Leben bislang in einem dunklen Kellerraum verbracht. Als Gefangene, mit ihren Puppen. Bis ihr die Flucht gelingt.

Sven Stricker schildert eine Welt des Schreckens, in der Freiheit nur eine Floskel ist, weil der religiöse Wahn allumfassend und verschlingend ist. Der Autor hat starke Figuren in diesen abgründigen Kosmos auf dem platten Land gestellt, nicht nur Sörensen mit seiner Angststörung zählt dazu, auch Täter wie Opfer gleichermaßen. Dabei gelingt es Stricker, seiner dramatischen, klug konstruierten Geschichte durch die eingestreuten humoresken Episoden, etwa bei den köstlichen Szenen im Kriminalkommissariat, etwas Licht in dieses scheinbar undurchdringliche Dunkel zu bringen. Diese Art des Erzählens beherrscht Sven Stricker auf das Schönste.

Fortsetzung folgt? Hoffentlich.

 

Sven Stricker: Sörensen fängt Feuer. rororo, 444 Seiten, 11 Euro.

Die Lesung von Sven Stricker und Bjarne Mädel am 7.11. beim Hamburger Krimifestival ist ausverkauft. Infos: www.krimifestival-hamburg.de

 

 

So

02

Sep

2018

Politthriller - Die letzte Terroristin - André Georgi

 

Mit „Die letzte Terroristin“ (Suhrkamp, 362 Seiten, 14,95 Euro) hat der Drehbuchautor André Georgi einen außerordentlichen Politthriller geschrieben.

 

 

 

Wie schon Wolfgang Schorlau in seinem „Die blaue Liste“ aus dem Jahr 2003 hat sich Georgi, der zweimal für den Grimme-Preis nominiert war und im Vorjahr den Bayerischen Fernsehpreis gewonnen hat, des Attentats auf den Treuhandchef Detlev Karsten Rohwedder im April 1991 angenommen. Anders jedoch als Schorlau, der mit Klarnamen arbeitete, heißt Rohwedder bei Georgi nun Hans-Georg Dahlmann, einer der wichtigsten Männer in der Republik jener Jahre. Ein Mann, der viele Feinde hat. Ein Mann, der täglich mit der Gefahr leben muss. Gleichwohl man weiß, dass die Geschichte für Dahlmann nicht gut ausgehen kann, gelingt es Georgi dennoch, einen straffen Spannungsbogen zu ziehen: Die junge Sandra Wellmann bewirbt sich auf die Assistentenstelle bei Dahlmann – und wird prompt genommen. Dahlmann kannte Wellmann aus den Jahren, in denen sie mit seiner Tochter studiert hat. Er weiß ihre Qualitäten zu schätzen. Was er jedoch nicht weiß, ist, dass Wellmann mittlerweile im Umfeld der RAF agiert. Ihr Auftrag: Finde den günstigsten Ort und Zeitpunkt für ein Attentat auf den mächtigen Treuhandboss. Georgi spinnt ein belastbares dramaturgisches Netz, indem er die Geschichte aus mehreren Perspektiven erzählt – aus Sicht von Dahlmann, von Wellmann, zweier RAF-Terroristen und aus Sicht des ermittelnden BKA-Beamten. Die Charaktere sind vielschichtig entworfen, es sind lebendige, kraftvolle Figuren, die Georgi, sprachlich ungemein versiert, überzeugend handeln lässt. Ein starker Politthriller, der packend von einem dunklen Kapitel bundesrepublikanischer Geschichte erzählt, von einer Gesellschaft, in der sich nur kurze Zeit nach der Wiedervereinigung erste tiefe Risse zwischen Ost und West zeigen. Und genau wie Schorlau bietet auch Georgi keine Lösung an: Wer Rohwedder/Dahlmann an jenem 1. April 1991 tatsächlich ermordet hat, bleibt im Dunkel. Bis heute konnte die Tat nicht endgültig aufgeklärt werden.

 

Text: Volker Albers

Buch kaufen: Die letzte Terroristin

Di

14

Aug

2018

Krimikolumne - Nora Luttmer

Ein in gewisser Weise offenes Ende setzt auch die Hamburger Autorin Nora Luttmer in „Dunkelkinder“ (Knaur, 318 S., 14,99 Euro). Ihre Kommissarin Mia Paulsen bekommt es mit einem alten Fall zu tun. Zwei Jahre zuvor ist im Raakmoor die Leiche eines Jungen gefunden worden, bis heute konnte seine Identität nicht geklärt werden. Als Paulsen zum Fundort fährt, begeht sie dort einen folgenreichen Fehltritt – und findet sich in einer Geschichte wieder, in der es um illegalen Drogenanbau in einem ehemaligen Weltkriegsbunker geht und um eine Art von Kindesmissbrauch. Luttmer entwickelt ihre Handlung facettenreich auf mehreren Erzählebenen – aus der Perspektive der Kommissarin, aus der eines Jungen und aus der einer vietnamesischen Restaurantbesitzerin, die von allen nur „Tante Lien“ genannt wird. Lien ist eine zwielichtige, gleichwohl die faszinierendste Figur in diesem spannenden, dramaturgisch gut gebauten Kriminalroman.

Nora Luttmer liest am 7.11. beim 12. Hamburger Krimifestival auf Kampnagel. Vvk. Beginnt am 1.9.2018

 

Text: Volker Albers

 

Das Buch von Nora Luttmer ist bei der Buchhandlung Heymann erhältlich 

Di

07

Aug

2018

Krimikolumne - Gard Sveen

Der norwegische Autor Gard Sveen hat sich mit seinem dritten Kriminalroman „Der einsame Bote“ (Dt. v. Günther Frauenlob, List, 304 S., 15 Euro) in die europäische Thriller-Elite geschrieben. Die Geschichte – es eine Art Fortsetzung von Sveens Roman „Teufelskälte“ – führt Kommissar Tommy Bergmann bei seiner Suche nach einem Kindsmörder von Oslo aus nach Litauen, wo er einer Sekte auf die Spur kommt, die ihren Mitgliedern Erlösung durch grausige Körperrituale verspricht. Bergmann hofft, dort ein seit Monaten vermisstes Mädchen zu finden, ein Mädchen, das vor Kurzem für tot erklärt worden ist. Doch Bergmann ist ein besessener Polizist, der allen offiziellen Verlautbarungen misstraut und auf schon skrupellos konsequente Weise seinen eigenen Plan verfolgt. Ein bedingungsloser Einzelgänger ist dieser Ermittler, alles andere als ein Sympathieträger, dennoch eine Figur, die einen mitfiebern lässt. Sveen versteht es dabei, eine derart dramatische Spannung aufzubauen, die seinen Roman zu einem echten page turner werden lässt. Gleichwohl: Es ist eine wahrhaft schreckliche und dezidiert grausame Geschichte, die Sveen, Staatswissenschaftler und einstiger Berater des norwegischen Verteidigungsministeriums, erzählt. Und auch hier bleiben – wie in „Teufelskälte“ – am Ende einige Fragezeichen. Fortsetzung folgt?

 

Text: Volker Albers

 

Das Buch ist bei der Buchhandlung Heymann erhältlich.

Di

31

Jul

2018

Krimikolumne - Tim Erzberg

Vom Hamburg der 20er-Jahre des vorigen Jahrhunderts geht es nach Helgoland, wo Tim Erzberg auch seinen zweiten Kriminalroman „Sturmfeuer“ (HarperCollins, 384 S., 15 Euro) angesiedelt hat. Während einer Jugendregatta vor der Nordseeinsel verschwindet ein Junge, zehn Jahre ist er alt. Niemand kann sich erklären, wie das passieren konnte. Von dem Jungen fehlt jede Spur, die Eltern sind verzweifelt, die Polizei ist ratlos. Nur wenig später stirbt ein weiterer Mensch, der Vater des Jungen hat sich offenbar von den Klippen ins Meer gestürzt. Oder ist er gestoßen worden? Zwei Tote in kurzer Zeit, und das auf dieser friedlichen, kleinen Insel? Die Polizistin Anna Krüger, auf Helgoland aufgewachsen und erst vor Kurzem in ihre Heimat zurückgekehrt, glaubt nicht an Zufälle. Ihre Spurensuche führt sie schließlich weit zurück in das Jahr 1945, als alliierte Bomber die Insel in Schutt und Asche legten. Man erfährt viel über Helgoland in Tim Erzbergs gut geschriebenem Kriminalroman, wobei das Insel-Atmosphärische die Spannung ein wenig überlagert. Aber den Hamburger Journalisten, der auf der Insel recherchiert, ausgerechnet Ulrich Weikert zu nennen, da hätte dann doch das Lektorat einschreiten dürfen…

Tim Erzberg liest am 9.11. beim 12. Hamburger Krimifestival auf Kampnagel. Vvk. beginnt am 1.9.2018

 

Text: Volker Albers

 

Das Buch Sturmfeuer ist bei unserem Mitveranstalter - der Buchhandlung Heymann - erhältlich 

Di

24

Jul

2018

Krimikolumne - Boris Meyn

 

Im Jahr 2000 platzierte Boris Meyn mit dem historischen Hamburg-Roman „Der Tote im Fleet“ sein Krimidebüt. Jüngst ist nun der achte Band in der Reihe um die Hamburger Familie Bischop erschienen – von 1857 spannt sich der Bogen der Romane bis ins Jahr 1925: Und mit „Fememord“ (rororo, 240 S., 9,99 Euro) hat Meyn, promovierter Kunst- und Bauhistoriker, seine seit Langem stärkste Story abgeliefert. Die in Berlin lebende Journalistin Ilka Bischop, durch eine Erbschaft finanziell unabhängig, schlittert eher zufällig in einen heiklen Fall: In der Sowjetunion, so erfährt sie, sollen deutsche Militärflieger in einer speziellen Mission ausgebildet werden. Was nach den Vorgaben des Versailler Vertrages natürlich nicht gestattet ist. Als dort ein mit Ilka befreundeter Pilot zu Tode kommt, reist sie nach Hamburg, um dem Freund des Toten einen Brief auszuhändigen, den sie kurz zuvor noch aus der Sowjetunion erhalten hat. Der Freund jedoch, ein Architekt, ist ebenfalls tot, ermordet. Boris Meyns „Fememord“ ist ein spannendes Stück Zeitgeschichte, das Atmosphäre und Milieus der damaligen Zeit in einer geglückten Fusion aus Fakten und Fiktion dramaturgisch gekonnt einzufangen weiß.

Boris Meyn liest am 7.11. beim 12. Hamburger Krimifestival auf Kampnagel. Vvk. beginnt am 1.9.2018

Volker Albers - Hamburger Abendblatt

 

Mo

23

Apr

2018

Fast ein guter Plan

Mit Crissa Stone hat der amerikanische Autor Wallace Stroby eine mehr als nur unkonventionelle Heldin geschaffen. Sie ist jung, sie ist attraktiv, sie ist ein Profi – und sie verdient ihr Geld mit Raubzügen. Mal geht es um eine Pokerrunde (in „Kalter Schuss ins Herz“), mal hebt sie mit einem Bagger einen Geldautomaten aus der Verankerung (in „Geld ist nicht genug“). Im dritten Crissa-Stone-Band „Fast ein guter Plan“ (Dt. von Alf Mayer, Pendragon, 318 S., 17 Euro) überfällt Stone mit drei Kumpel den Geldtransport eines Drogendealers. Dabei geht so einiges schief, denn dass einer der Gangster ein verdammt falsches Spiel spielt, geht Stone erst auf, als das Blutbad bereits angerichtet ist. Als sie kurz darauf von einem skrupellosen Ex-Bullen gejagt wird, gilt es erst einmal, die Frau und die Tochter eines getöteten Freundes in Sicherheit zu bringen. Denn Crissa Stone trägt das Herz auf dem rechten Fleck, groß ist ihr Sinn für Gerechtigkeit – alles eine Frage der Moral. Aber: Wohin mit dem ganzen erbeuteten Geld? Wallace Stroby erzählt eine ungemein packende Geschichte, stark sind seine Dialoge, schlüssig die Dramaturgie, überzeugend die Charaktere, subversiv der Humor. Und Stroby hat mit Crissa Stone die wohl sympathischste Kriminelle in das Figurenpanorama des Kriminalromans hineingestellt. (Von Volker Albers).

Das Buch gibt es natürlich in allen Buchhandlung Heymann Filialen oder gleich hier:

So

15

Apr

2018

Ein Alpenkrimi, der süchtig macht

Endlich ist er da - der zehnte Alpenkrimi von Nr.1-Bestsellerautor Jörg Maurer. 

Programmchef Volker Albers hat bereits eine Rezension über den neuesten Falls von Kommissar Jennerwein für das Hamburger Abendblatt verfasst. Diese steht unten zum Download bereit.

Jörg Maurer liest am 8. November beim Hamburger Krimifestival auf Kampnagel. Karten sind ab 1. September erhältlich.

Das Buch erhalten Sie bereits jetzt in allen Filialen der Buchhandlung Heymann oder online hier.

 

Rezension Jörg Maurer Am Abgrund lässt man gern den Vortritt
Die Rezension des neuesten Maurer Krimis - geschrieben von unserem Programmchef Volker Albers für das Hamburger Abendblatt
HAKUL1_2018-04-03_HA_CMYK-LO-2.pdf
Adobe Acrobat Dokument 608.8 KB

Fr

09

Feb

2018

Nach dem Festival ist vor dem Festival!

Liebe Krimifans von Nah und Fern,

 

Dieses Jahr geht das Hamburger Krimifestival in die 12. Runde - und wir freuen uns schon jetzt, Euch am 6. bis 10. November wieder auf Kampnagel zu begrüßen. Wir haben bereits zahlreiche Zusagen von Top Krimi Autoren - und können es kaum erwarten, Euch diese in den kommenden Wochen und Monaten hier vorzustellen bzw. bekannt zu geben. Soviel sei verraten - ihr werdet begeistert sein!

 

Um die Zeit bis zum Festival schneller vergehen zu lassen, halten wir Euch von jetzt an hier auf unserem Blog über Neuigkeiten der Krimi-Branche und natürlich zum Festival auf dem Laufenden. Schaut also mal öfter vorbei!

 

Zum Start: Die Krimikolumne unseres Programmchefs Volker Albers:

 

 

 

 

 

Der Australier Michael Robotham gehört zu den herausragenden Autoren des zeitgenössischen Kriminalromans. Robotham paart gekonnt tiefgründige Spannung mit feinen psychologischen Charakterstudien. In Deutschland bekannt geworden ist er vor allem mit seinen Thrillern um den Psychologen Joe O’Loughlin, die vom ZDF mit Ulrich Noethen in der Hauptrolle erfolgreich verfilmt worden sind. Mit seinem aktuellen Roman „Die Rivalin“ (Goldmann, Dt. v, Kristian Lutze, 510 S., 14,99 Euro) ist Robotham nun ausschließlich in das Genre des Psychothrillers abgetaucht. Erzählt wird die Geschichte zweier Frauen: Da ist die aus schlichten Verhältnissen stammende Agatha, die sich in einem Supermarkt verdingt und sich nichts sehnlicher wünscht, als schwanger zu werden. Und dann ist da Meghan, die so ganz anders zu sein scheint als Agatha. Sie ist attraktiv, hat zwei freundliche Kinder, einen wohlhabenden Mann und betreibt einen Mama-Blog. Und Meghan ist erneut schwanger geworden. So wie Meghan ist, so möchte auch Agatha sein. Im Supermarkt kommt es zu einer ersten Begegnung der beiden Frauen … Sorgsam entwickelt Robotham Träume und Alltag der beiden Frauen, lässt sie jeweils aus der Ich-Perspektive erzählen und verschränkt dabei geschickt Wahn und Wirklichkeit. „Die Rivalin“ erreicht zwar nicht die pulsierende Spannung früherer Romane von Robotham, weiß aber dennoch mit seiner atmosphärisch unterschwelligen Bedrohung zu überzeugen.

 

Die Rivalin versandkostenfrei bestellen

mehr lesen

Mo

13

Nov

2017

Tatort Kampnagel

Am vierten Tag des Festivals wurde Kampnagel gleich auf mehrfache Weise zum Tatort. Morgens waren die Alster-Detektive zu Besuch - und Kultsprecher Oliver Rohrback erweckte die aller erste Geschichte der Jungdetektive mit seiner Stimme zum Leben - und begeisterte nicht nur die 400 anwesenden Kinder mit seiner Vorstellung. Auch Programmacher Harald Butz und Carola Veit - Präsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft - freuten sich sehr über den grossen Erfolg der Kinderlesung. Aber auch der Abend sollte ein voller Erfolg werden - trotzt strömenden Regens fand sich eine Vielzahl an Besuchern auf Kampnagel ein, um die spannenden Lesungen zu hören/sehen. Bei der Veranstaltung "Blutiger Norden" wurde - trotz Mord und Todschlag - in nordischer Tradition viel gescherzt und gelacht, bei Mord à la Française! kam drehte sich das Gespräch unter anderem auch auf um die kulinarischen Vorzüge der Provence, und echte Frauenpower war bei unseren drei Autorinnen aus Schweden zu spüren. Val McDermid entführte ihre Besucher in die Welt der Cold Cases - in der sich auch Forensik-Spezialist Michael Tsokos sehr gut auskennt. Er überraschte, schockierte und begeisterte mit seiner Schilderung echter Fälle aus der Rechtsmedizin - nichts für schwache nerven. Am Ende des Abends kamen dann promt auch unsere Sanitäter noch zum Einsatz - aber Gott sei Dank war es nur ein schwacher Kreislauf einer Besucherin - und die Dame kam schnell wieder zu Kräften und auf die Beine.


27 Sept 2017

Der neue Dengler-Roman „Der große Plan“ erscheint im März 2018. Wolfgang Schorlau kommt am 11.11.17 nach Hamburg. Hierzu erklärt der Autor:

 

 

 „Die Recherchen zu einem neuen Georg-Dengler-Roman sind für mich immer ein großes Abenteuer, und meist ist es so, dass ich das Ende am Anfang nicht absehen kann. Wenn ich einmal den Zipfel der Decke hebe, weiß ich noch nicht, was darunter alles verborgen ist. Bei ‚Der große Plan‘ sind nun in Bezug auf die Eurokrise und die sogenannte Griechenlandrettung neue Tatsachen und Zusammenhänge zwischen Griechenland, Deutschland und Europa aufgetaucht, die ich (und vermutlich die meisten Leserinnen und Leser) nicht kannte und die zugleich hochbrisant sind. Ohne diese neuen Erkenntnisse wäre das Buch nicht vollständig. Mir ist völlig klar, dass ich … den Veranstaltern und nicht zuletzt den Leserinnen und Lesern einige Umstände und Enttäuschungen bereite. Ich bin jedoch sicher, dass ich mit der Zeit, die ich durch die Verschiebung gewinne, den Roman zu einem besseren Buch machen kann.“

 

 

Wir freuen uns, dass Wolfgang Schorlau am 11. November nach Hamburg kommt. Zu Beginn der Veranstaltung werden Moderator Volker Albers und Autor Wolfgang Schorlau über das neue Buch „Der große Plan“ sprechen, den Inhalt und die Herausforderungen thematisieren. Und Wolfgang Schorlau liest einige Seiten aus dem ersten Kapitel. Im Laufe des Abends widmen sich beide Schorlaus „Die schützende Hand“. Ein spannender Abend ist uns sicher – fürwahr!