Liebe Krimi-Leserin, lieber Krimi-Leser,

 

wir freuen uns über einen neuen Besucherrekord. Knapp 12.000 Gäste besuchten die Veranstaltungen in diesem Jahr. Das freut uns sehr. Vielen Dank für Ihr Interesse. Mindestens ebenso freuen uns aber die Momente der persönlichen Begegnung mit Ihnen, mit den AutorInnen, SchauspielerInnen und allen anderen Mitwirkenden – auf und hinter den Bühnen von Kampnagel.

 

Die Vorbereitungen für das neue Programm haben bereits begonnen. Vom 5. bis 9. November 2019 erwarten Sie spannende Krimitage, -abende und -nächte – und natürlich zahlreiche persönliche Begegnungen mit schreibenden und lesenden Krimi-Fans.

 

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit Ihnen.

 

 

Eine gute (Krimi-)Zeit Ihnen und herzliche Grüße

 

Volker Albers

Harald Butz

Programmleitung

Hamburger Krimifestival

 


  • Countdown zum
    13. Hamburger Krimifestival
  • Tage
  • Stunden
  • Minuten und
  • Sekunden

Karten gibt es ab 01.09.2019 in allen Heymann-Buchhandlungen, in der Hamburger Abendblatt-Geschäftsstelle Mo bis Fr 9 bis 19 Uhr Sonnabend 10 bis 16 Uhr oder unter der Abendblatt-Tickethotline 040 30309898 Mo bis Fr 8 bis 19 Uhr Sonnabend 8 bis 16 Uhr.

Neuigkeiten vom Hamburger Krimifestival

Die Krimi-Kolumne von Volker Albers

Mi

21

Nov

2018

Grosses Finale - Tag 5

Mit einem neuen Besucherrekord von sagenhaften 12000 Zuschauern ist das 12. Hamburger Krimifestival zu Ende gegangen. Der heutige Tag brachte noch einmal Spannung pur und beste Unterhaltung - nicht zuletzt Dank dem Allgäuer Traum-Duo Klüpfel & Korb, die unseren Zuschauern beim Finale noch einmal mit Humor und Spannung richtig einheizten. Was für ein grossartiges Festival! Das gesamte Team sagt DANKE.

Wir freuen uns bereits auf kommendes Jahr.

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Mi

21

Nov

2018

Spannende Gegensätze - Tag 4

Der vierte Tag des Krimifestivals war von vielen Gegensätzen geprägt. Angefangen von der quirligen Kinder-Krimi-Lesung der Hamburger Alster-Detektive mit Oliver Rohrbeck, über die sehr unterhaltsame und lockere Veranstaltung der charmanten Erfolgsautorin Nele Neuhaus (auch ihr Hund bekam seine 3 Minuten des Ruhms). Danach stellte sich  die Frage: "Finland, Sylt oder Helgoland?". Den Abschluss dieses facettenreichen Abends bildete die politische Krimilesung mit den Autoren Horst Eckart und Christian von Ditfurth. Letztlich brachte uns Michael Tsokos auch noch ein paar gruselige reale Fälle aus der Gerichtsmedizin nahe. Das war, wie bereits im Vorjahr, nichts für schwache Nerven.

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Fr

09

Nov

2018

Krimi mit Humor? Festival Tag 3

Beim Wort Krimi denken wir an Mord, Rache, Blut, Opfer, Täter und Gewalt - aber nicht unbedingt an Humor.

 

Das dieser aber ebenfalls seinen Platz in der Krimiwelt hat, bewies Autor Jörg Maurer am dritten Tag unseres Festivals. Bereits das kurzweilige Gespräch mit Volker Albers zu Begin der Lesung brachte richtig Stimmung in den Saal. Dabei verriet uns Herr Maurer - der dieses Jahr sein 10. Jubiläum feiert - mit einem Grinsen im Gesicht, dass er sich nicht nur diverse Definitionen zum Titel "Unterholz" einfach ausgedacht hat - sondern mehr noch, dass er diese dann hartnäckig immer wieder in Wikipedia eingetragen hat - auch wenn diese immer wieder genauso hartnäckig gelöscht werden.

 

Tja, ein bisschen Spass muss eben sein.

 

 

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Do

08

Nov

2018

Wer ist der Killer? - Festival Tag 2

Egal ob in England, Dänemark, Hamburg oder Griechenland gemordet wird, die Frage, die es überall zu lösen gilt ist: Wer ist der Killer? Und wer glaubt, dass die Autoren darauf immer gleich die Antwort haben, hat die Rechnung ohne die charmante Charlotte Link gemacht. Denn Sie gab gestern zum Erstaunen der zahlreichen Zuhörer zu: "Ich kenne den Täter oft ganz lange selber nicht und bin da genauso ahnungslos, wie meine Leser." Ein großer Vorteil dabei ist: sie kann uns nicht aus Versehen zu früh im Buch etwas verraten, was sie selber gar nicht weiss. Dies blieb nicht die einzige Enthüllung im munteren Gespräch des Traum-Duos Charlotte Link und Bärbel Schäfer. Es wurde gestaunt und gelacht und sich natürlich auch gegruselt.

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Mi

07

Nov

2018

Kriminelle Eröffnung

Das Hamburger Krimifestival ist gestern sehr stimmungsvoll auf Kampnagel in seine 12. Saison gestartet.

 

Bereits vor Beginn der Lesung herrschte munteres Treiben und spürbare Vorfreude in dem gut gefüllten Foyer, während auf der Bühne die Tonprobe lief und Programmmacher Harald Butz noch persönlich den Tatortreiniger mimte, um dem Flügel für den Auftritt des renommierten Pianisten Sebastian Knauer einen besonderen Glanz zu verleihen.

 

Die kurzweilige Begrüssung der Initiatoren Volker Albers (Hamburger Abendblatt), Christian Heymann (Buchhandlung Heymann) und Dr. Rainer Moritz (Literaturhaus Hamburg), oder wie Herr Heymann sagt, "die drei von der Tankstelle", entlockte den knapp 800 Zuschauern bereits den ein oder anderen Lacher. 

 

Das grandiose Autoren-Duo Michael Hjorth und Hans Rosenfeld bescherte uns in typisch schwedischer Lockerheit und witziger Manier einen spannenden Abend: spritzig und intelligent moderiert von Margarete von Schwarzkopf und brilliant gelesen von Schauspieler Tim Grobe. Abgerundet wurde die Eröffnungsveranstaltung durch die musikalischen Klavier-Einlagen von Sebastian Knauer, die wahrlich unter die Haut gingen.

 

Selbst bei der anschliessenden Signierstunde bewiesen die zwei Geheimniskrämer aus Schweden ihren Teamgeist und guten Humor. Wann wir sie wieder in Hamburg begrüssen dürfen, ist noch unklar - aber sie haben versprochen, dass sie uns mit dem Cliffhanger am Ende ihres Buches nicht noch einmal drei Jahre hängen lassen werden. Hoffen wir, dass sie ihr Versprechen halten.

 

 

 

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Heute: Aisha" von Jesper Stein

 

Mit seinem Kommissar Axel Steen hat der dänische Autor Jesper Stein einen im speziellen Wortsinne fertigen Charakter erfunden. Steen kokst, ist überhaupt abhängig von Drogen und hat mehr als dubiose Kontakte in kriminelle Kreise – und er hat eine junge Tochter, um die er sich allerdings eher wenig kümmert. In Steins wuchtigem Kriminalroman „Bedrängnis“ von 2016 werden Steen diese unseligen privaten und beruflichen Verquickungen und Süchte beinahe zum Verhängnis.

 

In „Aisha“ (KiWi, Dt. v. Patrick Zöller, 555 Seiten, 9,99 Euro) nun hat sich Steen ein wenig gefangen, er scheint von den Drogen loszukommen und hat auch wieder seine Tochter mehr im Blick. Ein äußerst brutaler Mord kommt ihm in dieser dämmernden Harmonie allerdings in die Quere: Ein alter Mann ist in seinem Luxus-Penthouse ermordet worden. Gefesselt auf einem Stuhl sitzt er da, starr ist sein Blick ins Leere gerichtet.

„Der Tote hatte Blut geweint“, schreibt Stein als ersten Satz seines temporeichen und klug konstruierten Romans.

 

Das Problem für Steen und seine Kollegen ist nicht nur die Art und Weise, wie der Mann zu Tode gekommen ist, sondern vor allem: Der Tote war früher Mitarbeiter des dänischen Geheimdienstes PET, was die Sache natürlich umso brisanter macht. Warum sind dem Mann die Augen geöffnet worden? Was sollte er sehen, wohin sollte er zurückblicken? Oder was scheint das Ermittlerteam zu übersehen? Als kurz darauf ein weiterer ehemaliger PET-Mitarbeiter stirbt, entdeckt Steen eine alte Akte über einen Jahre zurückliegenden Anti-Terror-Einsatz des PET. Beide Tote waren damals involviert. Und nicht nur sie: Auch Steens Freundin und sein Chef waren in die Aktion eingebunden. Die Ermittlungen werden für Axel Steen zu einer Gratwanderung, denn klar ist: Hier hat auch die Politik ihre Finger im Spiel. Und eine junge Frau, die dem Roman seinen Titel gegeben hat.

Ein packender Thriller um Macht, Gier, Lüge und Intrigen.

 

 

Jesper Stein liest am 7.11. beim Hamburger Krimifestival. Karten zu 15,50 Euro bei Heymann und in der HA-Geschäftsstelle, Großer Burstah 18-32; T. 040/30309898

 

 

Mi

21

Nov

2018

Grosses Finale - Tag 5

Mit einem neuen Besucherrekord von sagenhaften 12000 Zuschauern ist das 12. Hamburger Krimifestival zu Ende gegangen. Der heutige Tag brachte noch einmal Spannung pur und beste Unterhaltung - nicht zuletzt Dank dem Allgäuer Traum-Duo Klüpfel & Korb, die unseren Zuschauern beim Finale noch einmal mit Humor und Spannung richtig einheizten. Was für ein grossartiges Festival! Das gesamte Team sagt DANKE.

Wir freuen uns bereits auf kommendes Jahr.

Mi

21

Nov

2018

Spannende Gegensätze - Tag 4

Der vierte Tag des Krimifestivals war von vielen Gegensätzen geprägt. Angefangen von der quirligen Kinder-Krimi-Lesung der Hamburger Alster-Detektive mit Oliver Rohrbeck, über die sehr unterhaltsame und lockere Veranstaltung der charmanten Erfolgsautorin Nele Neuhaus (auch ihr Hund bekam seine 3 Minuten des Ruhms). Danach stellte sich  die Frage: "Finland, Sylt oder Helgoland?". Den Abschluss dieses facettenreichen Abends bildete die politische Krimilesung mit den Autoren Horst Eckart und Christian von Ditfurth. Letztlich brachte uns Michael Tsokos auch noch ein paar gruselige reale Fälle aus der Gerichtsmedizin nahe. Das war, wie bereits im Vorjahr, nichts für schwache Nerven.

Fr

09

Nov

2018

Krimi mit Humor? Festival Tag 3

Beim Wort Krimi denken wir an Mord, Rache, Blut, Opfer, Täter und Gewalt - aber nicht unbedingt an Humor.

 

Das dieser aber ebenfalls seinen Platz in der Krimiwelt hat, bewies Autor Jörg Maurer am dritten Tag unseres Festivals. Bereits das kurzweilige Gespräch mit Volker Albers zu Begin der Lesung brachte richtig Stimmung in den Saal. Dabei verriet uns Herr Maurer - der dieses Jahr sein 10. Jubiläum feiert - mit einem Grinsen im Gesicht, dass er sich nicht nur diverse Definitionen zum Titel "Unterholz" einfach ausgedacht hat - sondern mehr noch, dass er diese dann hartnäckig immer wieder in Wikipedia eingetragen hat - auch wenn diese immer wieder genauso hartnäckig gelöscht werden.

 

Tja, ein bisschen Spass muss eben sein.

 

 

Auch bei den weiteren Lesungen des gestrigen Abends durfte geschmunzelt und gelacht werden. Diese lockere Wohlfühlatmosphere und ein gewisser Spassfaktor sind es auch, die das Hamburger Krimifestival so besonders machen. Wir Danken allen Autoren, Moderatoren und Schauspielern des gestrigen Abends für spannende und zugleich heitere Unterhaltung! 

Do

08

Nov

2018

Wer ist der Killer? - Festival Tag 2

Egal ob in England, Dänemark, Hamburg oder Griechenland gemordet wird, die Frage, die es überall zu lösen gilt ist: Wer ist der Killer? Und wer glaubt, dass die Autoren darauf immer gleich die Antwort haben, hat die Rechnung ohne die charmante Charlotte Link gemacht. Denn Sie gab gestern zum Erstaunen der zahlreichen Zuhörer zu: "Ich kenne den Täter oft ganz lange selber nicht und bin da genauso ahnungslos, wie meine Leser." Ein großer Vorteil dabei ist: sie kann uns nicht aus Versehen zu früh im Buch etwas verraten, was sie selber gar nicht weiss. Dies blieb nicht die einzige Enthüllung im munteren Gespräch des Traum-Duos Charlotte Link und Bärbel Schäfer. Es wurde gestaunt und gelacht und sich natürlich auch gegruselt.

Auch das Hamburger Quartett mit Nora Luttmer, Till Raether, Simone Buchholz und Boris Meyn, sowie das Trio aus Dänemark mit Jesper Stein, Anna Grue und Katrine Engbert geisterte die Zuschauer. "Vier tolle Autoren haben aus ihren Kriminalromanen gelesen und mich sehr neugierig gemacht", schreibt eine Besucherin nach der Veranstaltung "Tödliches Hamburg".

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Mi

07

Nov

2018

Kriminelle Eröffnung

Das Hamburger Krimifestival ist gestern sehr stimmungsvoll auf Kampnagel in seine 12. Saison gestartet.

 

Bereits vor Beginn der Lesung herrschte munteres Treiben und spürbare Vorfreude in dem gut gefüllten Foyer, während auf der Bühne die Tonprobe lief und Programmmacher Harald Butz noch persönlich den Tatortreiniger mimte, um dem Flügel für den Auftritt des renommierten Pianisten Sebastian Knauer einen besonderen Glanz zu verleihen.

 

Die kurzweilige Begrüssung der Initiatoren Volker Albers (Hamburger Abendblatt), Christian Heymann (Buchhandlung Heymann) und Dr. Rainer Moritz (Literaturhaus Hamburg), oder wie Herr Heymann sagt, "die drei von der Tankstelle", entlockte den knapp 800 Zuschauern bereits den ein oder anderen Lacher. 

 

Das grandiose Autoren-Duo Michael Hjorth und Hans Rosenfeld bescherte uns in typisch schwedischer Lockerheit und witziger Manier einen spannenden Abend: spritzig und intelligent moderiert von Margarete von Schwarzkopf und brilliant gelesen von Schauspieler Tim Grobe. Abgerundet wurde die Eröffnungsveranstaltung durch die musikalischen Klavier-Einlagen von Sebastian Knauer, die wahrlich unter die Haut gingen.

 

Selbst bei der anschliessenden Signierstunde bewiesen die zwei Geheimniskrämer aus Schweden ihren Teamgeist und guten Humor. Wann wir sie wieder in Hamburg begrüssen dürfen, ist noch unklar - aber sie haben versprochen, dass sie uns mit dem Cliffhanger am Ende ihres Buches nicht noch einmal drei Jahre hängen lassen werden. Hoffen wir, dass sie ihr Versprechen halten.

 

 

 

So

04

Nov

2018

Sebastian Fitzek's Deutschland Premiere

Der charismatische Erfolgsautor Sebastian Fitzek ist bekannt und beliebt für seine haarsträubenden Thriller, bei denen man auf wirklich alles gefasst sein muss. Doch auch er selbst entpuppt sich als mindestens so vielseitig und voller Überraschungen, wie seine Bücher. 

 

Auf der Bühne wird er vom talentierten Thriller-Autor zum begabten Alleinunterhalter, der es versteht, sein Publikum für 90 Minuten komplett in seinen Bann zu ziehen. Dies hat er vor knapp zwei Wochen beim kriminellen Vorspiel im Rahmen des Hamburger Krimifestivals vor 1600 Zuschauern einmal mehr beeindruckend unter Beweis gestellt. Und Zuhause? Da wird aus dem liebevollen Familienvater auch gerne mal ein kleiner Kinderschreck.

 

Sebastian Fitzek bringt sein Publikum mit witzigen Anekdoten aus seinem Privatleben zum Lachen doch gerade, wenn sich alle etwas entspannen, jagt er seinen Zuhörern mit der Lesung seines neuesten Buches einen gehörigen Schauer über den Rücken. Er versteht es wie kaum ein anderer, seine Leser und Zuhörer immer wieder mit ungeahnten Überraschungsmomenten aus der Haut fahren zu lassen. Die gekonnte Mischung aus Witz, Selbstironie und Gänsehaut-Garantie machen ihn so einzigartig.

 

Auch die Nähe zu seinen Lesern zeichnet Sebastian Fitzek aus. Um seinen Fans die Wartezeit während der Signierstunde(n) so kurzweilig wie möglich zu gestalten, hat er kurzerhand eine Band mitgebracht. Für so einen Gast verlegt man den Start des Krimifestivals doch gerne einmal spontan um 2 Wochen nach vorne. Die Deutschlandpremiere seines neuesten Werkes "der Insasse" in seiner Wahlheimat Hamburg, wie Christian Heymann so passend kommentierte, war jedenfalls ein großartiger Erfolg und ein gelungener Auftakt des diesjährigen Krimifestivals.  

 

 

Mo

22

Okt

2018

Krimi-Kolumne: "Mexikoring"

Unser Programmmacher Volker Albers hat nun in seiner Krimi-Kolumne auch das neueste Werk von Autorin Simone Buchholz unter die Lupe genommen: 

 

Die auf St. Pauli lebende Autorin Simone Buchholz entwickelt sich so langsam zu einer Art Protokollantin der Hamburger Halbwelt. Von Roman zu Roman – ihr Debüt „Revolverherz“ erschien 2008, mittlerweile sind acht Kriminalromane auf dem Markt – hat sich Buchholz eines neuen brisanten Themas angenommen, das unter der schönen Oberfläche der Hansestadt schwelt. Sei es Obdachlosigkeit, behördlicher Sumpf, Korruption, Drogenhandel oder – wie in ihrem aktuellen Roman „Mexikoring“ (Suhrkamp, 252 S., 14,95 Euro) – sich bekriegende osteuropäische Familienclans.

Simone Buchholz schaut genau hin in ihren gut recherchierten Geschichten – die dumpfe Dominanz der Männer in diesen Familien, die brutale Unterwerfung der Frauen, die archaischen Strukturen, die so gar nicht passen in unsere aufgeklärte Welt des Westens. Und es brennen weltweit die Autos in „Mexikoring“, womit tatsächlich die Straße in der City Nord gemeint ist. Dort sitzt der junge Nouri eines Nachts in einem brennenden Autor und stirbt. Selbstmord schließen die Ermittler um Buchholz’ charismatische Staatsanwältin Chastity Riley schnell aus. Nouri hat sich vor Jahren von seinem in Bremen lebenden Familienclan abgewandt, für seinen Vater existiert der Sohn folglich nicht mehr. Hat sich die Familie nach einer solch langen Zeit an Nouri gerächt? Riley und ihr Ermittlerteam fahren nach Bremen und stoßen dort auf eine fremde, in sich vollkommen verschlossene Familienwelt, in der nach eigenen Regeln und Gesetzen gelebt wird und ein Menschenleben wenig gilt. Der wahre Täter aber, so scheint es, lebt in Hamburg, er hat ganz andere Motive. „Mexikoring“ ist ein typischer Simone-Buchholz-Krimi: schnodderig im Ton, punktgenau in den Dialogen, stimmig im Milieu, mit Witz und einem Schuss Melancholie versehen. Simone Buchholz bringt Hamburgs dunkle Seite zum Leuchten.

 

Text: Volker Albers

 

 

Simone Buchholz liest am 7.11. beim Hamburger Krimifestival auf Kampnagel

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Do

04

Okt

2018

Krimi-Kolumne: "Sörensen fängt Feuer"

Unser Programmmacher Volker Albers ist nicht nur ein wahrer Krimi-Fan - sondern er schreibt zudem auch die Krimi-Kolumne für das Hamburger Abendblatt. Was er von Sven Stricker's "Sörensen fängt Feuer" hält?

 

 

Sörensen hat es nicht leicht. Einst im Dienst des Landeskriminalamts Hamburg, hat es ihn in die nordfriesische Provinz verschlagen, ins vermeintlich heimelige Katenbüll. Dort erhofft er sich die nötige Ruhe für Geist und Seele, denn Sörensen leidet unter einer Angststörung. Was für einen Kommissar natürlich ein eher ungünstiger psychischer Defekt ist – wie sich in „Sörensen hat Angst“ bereits andeutete, Sven Strickers erstem pointiert spannendem Kriminalroman, dem jetzt der zweite, „Sörensen fängt Feuer“, gefolgt ist.

Nun ist es seit Jahren üblich, dass fiktive Kommissare gern mit einigen charakterlichen Sonderlichkeiten ausgestattet werden. Aber eine Angststörung? „Ich hatte eigentlich erst die ,Macke’ und brauchte dann die passende Figur dazu“, erzählt Sven Stricker. „Ich wollte aufgrund persönlicher Erfahrungen über den möglichen Verlauf einer Angststörung berichten, ohne Betroffenheitston, aus der Perspektive eines Mannes, der sich durchaus auch mit Selbstironie gegen die Krankheit behauptet.“ Was ist in den beiden Romanen trefflich gelungen ist.

Stricker, 1970 in Tönning geboren, ist mehrfach ausgezeichneter Hörspielregisseur und Autor. Und so war die Figur des Sörensen ursprünglich auch für ein Hörspiel geplant. Mit dem Schauspieler Bjarne Mädel als Sörensen. „Ich wollte unbedingt noch einmal mit Bjarne Mädel arbeiten“, sagt Stricker. Was auch passierte – und aus dem Hörspielmanuskript wurde dann aber ein Roman. Und in naher Zukunft soll daraus ein Film werden, in der Hauptrolle: Bjarne Mädel.

Stricker erzählt brillant und mit feinem Sinn für Tragikomik von Menschen, die alle in ihrem kleinen alltäglichen Kosmos gefangen sind – sei es die Familie, der Job, die Krankheit oder seien es sektenähnliche Strukturen, in deren rigiden Verhaltenskodices Menschen zu Opfern werden. Und zu Leichen. Denn wer ausbricht aus dem religiösen Kreis, wird zum Freiwild.

Ich wollte darauf hinaus, dass es an und für sich keine Rolle spielt, welchem Glauben man so derart verfällt, dass man sich radikalisiert. Es muss nicht mal der Glaube an Gott, Allah oder irgendwelche anderen Götter oder Götzen sein.“ Für Sven Stricker ist der Mensch immer auf der Suche nach Käfigen, weil die Freiheit ihm letztlich Angst macht.

In „Sörensen fängt Feuer“ bekommt es die Titelfigur mit einem an die Seele gehenden Fall zu tun: Alles beginnt mit einem jungen Mädchen, das offenbar orientierungslos durch die kalte friesische Nacht irrt. Es ist Dezember, Weihnachten ist nicht mehr weit. Das Mädchen trägt lediglich ein dünnes Hemd, es ist verwirrt, und es ist blind, wie der junge Musiker Ole erkennen muss, vor dessen Auto das Mädchen läuft. Und das Mädchen schweigt hartnäckig. Als Sörensen und sein Team zu ermitteln beginnen, machen sie eine grausige Entdeckung: Das vielleicht 18-jährige Mädchen hat ihr Leben bislang in einem dunklen Kellerraum verbracht. Als Gefangene, mit ihren Puppen. Bis ihr die Flucht gelingt.

Sven Stricker schildert eine Welt des Schreckens, in der Freiheit nur eine Floskel ist, weil der religiöse Wahn allumfassend und verschlingend ist. Der Autor hat starke Figuren in diesen abgründigen Kosmos auf dem platten Land gestellt, nicht nur Sörensen mit seiner Angststörung zählt dazu, auch Täter wie Opfer gleichermaßen. Dabei gelingt es Stricker, seiner dramatischen, klug konstruierten Geschichte durch die eingestreuten humoresken Episoden, etwa bei den köstlichen Szenen im Kriminalkommissariat, etwas Licht in dieses scheinbar undurchdringliche Dunkel zu bringen. Diese Art des Erzählens beherrscht Sven Stricker auf das Schönste.

Fortsetzung folgt? Hoffentlich.

 

Sven Stricker: Sörensen fängt Feuer. rororo, 444 Seiten, 11 Euro.

Die Lesung von Sven Stricker und Bjarne Mädel am 7.11. beim Hamburger Krimifestival ist ausverkauft. Infos: www.krimifestival-hamburg.de

 

 

So

02

Sep

2018

Politthriller - Die letzte Terroristin - André Georgi

 

Mit „Die letzte Terroristin“ (Suhrkamp, 362 Seiten, 14,95 Euro) hat der Drehbuchautor André Georgi einen außerordentlichen Politthriller geschrieben.

 

 

 

Wie schon Wolfgang Schorlau in seinem „Die blaue Liste“ aus dem Jahr 2003 hat sich Georgi, der zweimal für den Grimme-Preis nominiert war und im Vorjahr den Bayerischen Fernsehpreis gewonnen hat, des Attentats auf den Treuhandchef Detlev Karsten Rohwedder im April 1991 angenommen. Anders jedoch als Schorlau, der mit Klarnamen arbeitete, heißt Rohwedder bei Georgi nun Hans-Georg Dahlmann, einer der wichtigsten Männer in der Republik jener Jahre. Ein Mann, der viele Feinde hat. Ein Mann, der täglich mit der Gefahr leben muss. Gleichwohl man weiß, dass die Geschichte für Dahlmann nicht gut ausgehen kann, gelingt es Georgi dennoch, einen straffen Spannungsbogen zu ziehen: Die junge Sandra Wellmann bewirbt sich auf die Assistentenstelle bei Dahlmann – und wird prompt genommen. Dahlmann kannte Wellmann aus den Jahren, in denen sie mit seiner Tochter studiert hat. Er weiß ihre Qualitäten zu schätzen. Was er jedoch nicht weiß, ist, dass Wellmann mittlerweile im Umfeld der RAF agiert. Ihr Auftrag: Finde den günstigsten Ort und Zeitpunkt für ein Attentat auf den mächtigen Treuhandboss. Georgi spinnt ein belastbares dramaturgisches Netz, indem er die Geschichte aus mehreren Perspektiven erzählt – aus Sicht von Dahlmann, von Wellmann, zweier RAF-Terroristen und aus Sicht des ermittelnden BKA-Beamten. Die Charaktere sind vielschichtig entworfen, es sind lebendige, kraftvolle Figuren, die Georgi, sprachlich ungemein versiert, überzeugend handeln lässt. Ein starker Politthriller, der packend von einem dunklen Kapitel bundesrepublikanischer Geschichte erzählt, von einer Gesellschaft, in der sich nur kurze Zeit nach der Wiedervereinigung erste tiefe Risse zwischen Ost und West zeigen. Und genau wie Schorlau bietet auch Georgi keine Lösung an: Wer Rohwedder/Dahlmann an jenem 1. April 1991 tatsächlich ermordet hat, bleibt im Dunkel. Bis heute konnte die Tat nicht endgültig aufgeklärt werden.

 

Text: Volker Albers

Buch kaufen: Die letzte Terroristin

Di

14

Aug

2018

Krimikolumne - Nora Luttmer

Ein in gewisser Weise offenes Ende setzt auch die Hamburger Autorin Nora Luttmer in „Dunkelkinder“ (Knaur, 318 S., 14,99 Euro). Ihre Kommissarin Mia Paulsen bekommt es mit einem alten Fall zu tun. Zwei Jahre zuvor ist im Raakmoor die Leiche eines Jungen gefunden worden, bis heute konnte seine Identität nicht geklärt werden. Als Paulsen zum Fundort fährt, begeht sie dort einen folgenreichen Fehltritt – und findet sich in einer Geschichte wieder, in der es um illegalen Drogenanbau in einem ehemaligen Weltkriegsbunker geht und um eine Art von Kindesmissbrauch. Luttmer entwickelt ihre Handlung facettenreich auf mehreren Erzählebenen – aus der Perspektive der Kommissarin, aus der eines Jungen und aus der einer vietnamesischen Restaurantbesitzerin, die von allen nur „Tante Lien“ genannt wird. Lien ist eine zwielichtige, gleichwohl die faszinierendste Figur in diesem spannenden, dramaturgisch gut gebauten Kriminalroman.

Nora Luttmer liest am 7.11. beim 12. Hamburger Krimifestival auf Kampnagel. Vvk. Beginnt am 1.9.2018

 

Text: Volker Albers

 

Das Buch von Nora Luttmer ist bei der Buchhandlung Heymann erhältlich 


27 Sept 2017

Der neue Dengler-Roman „Der große Plan“ erscheint im März 2018. Wolfgang Schorlau kommt am 11.11.17 nach Hamburg. Hierzu erklärt der Autor:

 

 

 „Die Recherchen zu einem neuen Georg-Dengler-Roman sind für mich immer ein großes Abenteuer, und meist ist es so, dass ich das Ende am Anfang nicht absehen kann. Wenn ich einmal den Zipfel der Decke hebe, weiß ich noch nicht, was darunter alles verborgen ist. Bei ‚Der große Plan‘ sind nun in Bezug auf die Eurokrise und die sogenannte Griechenlandrettung neue Tatsachen und Zusammenhänge zwischen Griechenland, Deutschland und Europa aufgetaucht, die ich (und vermutlich die meisten Leserinnen und Leser) nicht kannte und die zugleich hochbrisant sind. Ohne diese neuen Erkenntnisse wäre das Buch nicht vollständig. Mir ist völlig klar, dass ich … den Veranstaltern und nicht zuletzt den Leserinnen und Lesern einige Umstände und Enttäuschungen bereite. Ich bin jedoch sicher, dass ich mit der Zeit, die ich durch die Verschiebung gewinne, den Roman zu einem besseren Buch machen kann.“

 

 

Wir freuen uns, dass Wolfgang Schorlau am 11. November nach Hamburg kommt. Zu Beginn der Veranstaltung werden Moderator Volker Albers und Autor Wolfgang Schorlau über das neue Buch „Der große Plan“ sprechen, den Inhalt und die Herausforderungen thematisieren. Und Wolfgang Schorlau liest einige Seiten aus dem ersten Kapitel. Im Laufe des Abends widmen sich beide Schorlaus „Die schützende Hand“. Ein spannender Abend ist uns sicher – fürwahr!