Rück- und Ausblick zum Hamburger Krimifestival

 

Liebe Krimi-Leserin, lieber Krimi-Leser,

 

wir haben zu danken: Ihnen, unseren Besuchern – und allen Autoren, Schauspielern und Moderatoren, die 2017 in Hamburg zu Gast waren. Es war uns eine Ehre.

 

Danken möchten wir auch allen, die mit klugem Kopf, helfenden Händen und brennendem Herzen das diesjährige Hamburger Krimifestival unterstützt haben. Unser Dank gilt allen Kampnagel-Mitarbeitern und unseren Hauptförderern DEUTSCHE BAHN und HASPA.

 

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit Ihnen in diesem Jahr.

Unsere Programmplanung hat begonnen.

 

Eine gute (Krimi-)Zeit Ihnen und herzliche Grüße

 

Volker Albers

Harald Butz

Programmleitung

Hamburger Krimifestival

 


  • Countdown zum
    12. Hamburger Krimifestival
  • Tage
  • Stunden
  • Minuten und
  • Sekunden

Karten gibt es in allen Heymann-Buchhandlungen, in der Hamburger Abendblatt-Geschäftsstelle oder unter der Abendblatt-Tickethotline 040 30309898.

ANZEIGE

Kriminelle Neuigkeiten

Di

14

Aug

2018

Krimikolumne - Nora Luttmer

Ein in gewisser Weise offenes Ende setzt auch die Hamburger Autorin Nora Luttmer in „Dunkelkinder“ (Knaur, 318 S., 14,99 Euro). Ihre Kommissarin Mia Paulsen bekommt es mit einem alten Fall zu tun. Zwei Jahre zuvor ist im Raakmoor die Leiche eines Jungen gefunden worden, bis heute konnte seine Identität nicht geklärt werden. Als Paulsen zum Fundort fährt, begeht sie dort einen folgenreichen Fehltritt – und findet sich in einer Geschichte wieder, in der es um illegalen Drogenanbau in einem ehemaligen Weltkriegsbunker geht und um eine Art von Kindesmissbrauch. Luttmer entwickelt ihre Handlung facettenreich auf mehreren Erzählebenen – aus der Perspektive der Kommissarin, aus der eines Jungen und aus der einer vietnamesischen Restaurantbesitzerin, die von allen nur „Tante Lien“ genannt wird. Lien ist eine zwielichtige, gleichwohl die faszinierendste Figur in diesem spannenden, dramaturgisch gut gebauten Kriminalroman.

Nora Luttmer liest am 7.11. beim 12. Hamburger Krimifestival auf Kampnagel. Vvk. Beginnt am 1.9.2018

 

Text: Volker Albers

 

Das Buch von Nora Luttmer ist bei der Buchhandlung Heymann erhältlich 

mehr lesen

Di

07

Aug

2018

Krimikolumne - Gard Sveen

Der norwegische Autor Gard Sveen hat sich mit seinem dritten Kriminalroman „Der einsame Bote“ (Dt. v. Günther Frauenlob, List, 304 S., 15 Euro) in die europäische Thriller-Elite geschrieben. Die Geschichte – es eine Art Fortsetzung von Sveens Roman „Teufelskälte“ – führt Kommissar Tommy Bergmann bei seiner Suche nach einem Kindsmörder von Oslo aus nach Litauen, wo er einer Sekte auf die Spur kommt, die ihren Mitgliedern Erlösung durch grausige Körperrituale verspricht. Bergmann hofft, dort ein seit Monaten vermisstes Mädchen zu finden, ein Mädchen, das vor Kurzem für tot erklärt worden ist. Doch Bergmann ist ein besessener Polizist, der allen offiziellen Verlautbarungen misstraut und auf schon skrupellos konsequente Weise seinen eigenen Plan verfolgt. Ein bedingungsloser Einzelgänger ist dieser Ermittler, alles andere als ein Sympathieträger, dennoch eine Figur, die einen mitfiebern lässt. Sveen versteht es dabei, eine derart dramatische Spannung aufzubauen, die seinen Roman zu einem echten page turner werden lässt. Gleichwohl: Es ist eine wahrhaft schreckliche und dezidiert grausame Geschichte, die Sveen, Staatswissenschaftler und einstiger Berater des norwegischen Verteidigungsministeriums, erzählt. Und auch hier bleiben – wie in „Teufelskälte“ – am Ende einige Fragezeichen. Fortsetzung folgt?

 

Text: Volker Albers

 

Das Buch ist bei der Buchhandlung Heymann erhältlich.

mehr lesen

Di

31

Jul

2018

Krimikolumne - Tim Erzberg

Vom Hamburg der 20er-Jahre des vorigen Jahrhunderts geht es nach Helgoland, wo Tim Erzberg auch seinen zweiten Kriminalroman „Sturmfeuer“ (HarperCollins, 384 S., 15 Euro) angesiedelt hat. Während einer Jugendregatta vor der Nordseeinsel verschwindet ein Junge, zehn Jahre ist er alt. Niemand kann sich erklären, wie das passieren konnte. Von dem Jungen fehlt jede Spur, die Eltern sind verzweifelt, die Polizei ist ratlos. Nur wenig später stirbt ein weiterer Mensch, der Vater des Jungen hat sich offenbar von den Klippen ins Meer gestürzt. Oder ist er gestoßen worden? Zwei Tote in kurzer Zeit, und das auf dieser friedlichen, kleinen Insel? Die Polizistin Anna Krüger, auf Helgoland aufgewachsen und erst vor Kurzem in ihre Heimat zurückgekehrt, glaubt nicht an Zufälle. Ihre Spurensuche führt sie schließlich weit zurück in das Jahr 1945, als alliierte Bomber die Insel in Schutt und Asche legten. Man erfährt viel über Helgoland in Tim Erzbergs gut geschriebenem Kriminalroman, wobei das Insel-Atmosphärische die Spannung ein wenig überlagert. Aber den Hamburger Journalisten, der auf der Insel recherchiert, ausgerechnet Ulrich Weikert zu nennen, da hätte dann doch das Lektorat einschreiten dürfen…

Tim Erzberg liest am 9.11. beim 12. Hamburger Krimifestival auf Kampnagel. Vvk. beginnt am 1.9.2018

 

Text: Volker Albers

 

Das Buch Sturmfeuer ist bei unserem Mitveranstalter - der Buchhandlung Heymann - erhältlich 

mehr lesen

Di

24

Jul

2018

Krimikolumne - Boris Meyn

 

Im Jahr 2000 platzierte Boris Meyn mit dem historischen Hamburg-Roman „Der Tote im Fleet“ sein Krimidebüt. Jüngst ist nun der achte Band in der Reihe um die Hamburger Familie Bischop erschienen – von 1857 spannt sich der Bogen der Romane bis ins Jahr 1925: Und mit „Fememord“ (rororo, 240 S., 9,99 Euro) hat Meyn, promovierter Kunst- und Bauhistoriker, seine seit Langem stärkste Story abgeliefert. Die in Berlin lebende Journalistin Ilka Bischop, durch eine Erbschaft finanziell unabhängig, schlittert eher zufällig in einen heiklen Fall: In der Sowjetunion, so erfährt sie, sollen deutsche Militärflieger in einer speziellen Mission ausgebildet werden. Was nach den Vorgaben des Versailler Vertrages natürlich nicht gestattet ist. Als dort ein mit Ilka befreundeter Pilot zu Tode kommt, reist sie nach Hamburg, um dem Freund des Toten einen Brief auszuhändigen, den sie kurz zuvor noch aus der Sowjetunion erhalten hat. Der Freund jedoch, ein Architekt, ist ebenfalls tot, ermordet. Boris Meyns „Fememord“ ist ein spannendes Stück Zeitgeschichte, das Atmosphäre und Milieus der damaligen Zeit in einer geglückten Fusion aus Fakten und Fiktion dramaturgisch gekonnt einzufangen weiß.

Boris Meyn liest am 7.11. beim 12. Hamburger Krimifestival auf Kampnagel. Vvk. beginnt am 1.9.2018

Volker Albers - Hamburger Abendblatt

 

mehr lesen

Mo

23

Apr

2018

Fast ein guter Plan

Mit Crissa Stone hat der amerikanische Autor Wallace Stroby eine mehr als nur unkonventionelle Heldin geschaffen. Sie ist jung, sie ist attraktiv, sie ist ein Profi – und sie verdient ihr Geld mit Raubzügen. Mal geht es um eine Pokerrunde (in „Kalter Schuss ins Herz“), mal hebt sie mit einem Bagger einen Geldautomaten aus der Verankerung (in „Geld ist nicht genug“). Im dritten Crissa-Stone-Band „Fast ein guter Plan“ (Dt. von Alf Mayer, Pendragon, 318 S., 17 Euro) überfällt Stone mit drei Kumpel den Geldtransport eines Drogendealers. Dabei geht so einiges schief, denn dass einer der Gangster ein verdammt falsches Spiel spielt, geht Stone erst auf, als das Blutbad bereits angerichtet ist. Als sie kurz darauf von einem skrupellosen Ex-Bullen gejagt wird, gilt es erst einmal, die Frau und die Tochter eines getöteten Freundes in Sicherheit zu bringen. Denn Crissa Stone trägt das Herz auf dem rechten Fleck, groß ist ihr Sinn für Gerechtigkeit – alles eine Frage der Moral. Aber: Wohin mit dem ganzen erbeuteten Geld? Wallace Stroby erzählt eine ungemein packende Geschichte, stark sind seine Dialoge, schlüssig die Dramaturgie, überzeugend die Charaktere, subversiv der Humor. Und Stroby hat mit Crissa Stone die wohl sympathischste Kriminelle in das Figurenpanorama des Kriminalromans hineingestellt. (Von Volker Albers).

Das Buch gibt es natürlich in allen Buchhandlung Heymann Filialen oder gleich hier:

mehr lesen

ANZEIGE