Kriminelle Neuigkeiten

Fr

30

Aug

2019

Sophie Bonnet - Provenzalischer Rosenkrieg

Bislang sechs in der Provence angesiedelte Kriminalroman hat die Hamburger Autorin Sophie Bonnet geschrieben. Was allen diesen Büchern gemein ist: der hohe Wohlfühlfaktor aus Düften und Aromen dieser französischen Sehnsuchtsregion. Gleichwohl aber sind es gut erzählte, dramaturgisch schlüssig konstruierte und vor allem auch genau recherchierte Romane.

 

Der aktuelle Fall „Provenzalischer Rosenkrieg“ (Blanvalet, 330 Seiten, 15 Euro) führt Bonnets Serienhelden Pierre Durand in die Welt der Parfüms, deren Kapitale des Wohlgeruchs das provenzalische Grasse ist. Anouk, die beste Freundin von Durands Freundin Charlotte, wird des Mordes an ihrem Nachbarn, einem alten einflussreichen Parfümeur, beschuldigt. Der Mann hatte sich ein „Archiv der Düfte“ eingerichtet, in dem er nun sein Leben ausgehaucht hat. Charlotte, die von Anouks Unschuld überzeugt ist, bittet Durand ihrer Freundin zu helfen. Durand zögert, schließlich fällt der Tatort nicht mehr in seinen Zuständigkeitsbereich – und zudem steht in seinem Heimatdorf Sainte-Valérie ein Boule-Turnier an, das zu organisieren ihn der Bürgermeister angewiesen hat. Doch Durand genehmigt sich ein paar Tage Urlaub und macht sich auf Richtung Grasse, denn dieser Fall weist, so scheint es ihm, allzu viele Ungereimtheiten auf. Seltsam auch, dass wenige Wochen zuvor ein ebenfalls angesehener Parfümeur auf rätselhafte Weise auf See ums Leben gekommen ist. Sophie Bonnet erzählt ihre ungemein unterhaltsame und spannende Geschichte so finten- wie kenntnisreich, dass diese hermetische Welt der Parfümeure ganz schlicht und somit menschlich wird: Auch in ihr regiert die Gier. Kleine Anspielungen auf Patrick Süßkinds Bestseller „Das Parfüm“ sind da unvermeidlich.

 

Wir freuen uns, Sophie Bonnet auch dieses Jahr wieder auf dem Hamburger Krimifestival begrüssen zu dürfen.

 

Text: Volker Albers

 

 

Do

25

Apr

2019

Der dunkle Garten - Tana French

 

Die irische Autorin Tana French zählt zu den ganz Großen

auf dem weiten Feld des internationalen Kriminalromans.

„Gefrorener Schrei“ und „Schattenstill“ etwa sind

herausragende Beispiele für ihre Schreibkunst. So auch „Der

dunkle Garten“ (Dt. von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann,

Scherz, 16,99 Euro), Frenchs neuer wuchtiger Roman, 656

Seiten ist er stark. Wobei die Bücher der in Dublin lebenden

Autorin weit mehr sind als lediglich spannende Kriminalromane,

sie weisen literarisch weit darüber hinaus. So ist „Der dunkle

Garten“ bei aller gekonnt geschürten Spannung auch und vor

allem eine dramatische Familiensaga, die von Hass, Gier, Liebe

und Wut erzählt. Held der Geschichte ist der junge Toby

Hennessy, er hat einen interessanten Job in einer Galerie, trifft

sich abends mit Freunden auf ein paar Bier, hat eine liebevolle,

attraktive Freundin – Toby sei ein Glückskind, sagen seine

Freunde. Mit dem Glück ist es erst einmal vorbei, als er eines

Abends, schon recht angetrunken, nach Hause kommt und von

zwei Einbrechern brutal überfallen wird. Am nächsten Morgen

ist die Wohnung verwüstet, und Toby kann sich nur noch

bruchstückhaft an den Überfall erinnern. Wer könnte daran

interessiert sein, dem jungen Mann derart zu schaden? Gibt es

einen Zusammenhang mit den Betrügereien eines Kurators in

der Galerie? Toby hatte davon gewusst, den Kollegen aber

gedeckt – bis die Sache in großem Bogen aufgeflogen war.

Toby zieht sich aufs Land zurück, in das Anwesen der Familie,

wo er große Teile seiner Jugend verbracht hat. Dort will er

seinen todkranken Onkel pflegen. Die Rückkehr an den Ort

seiner frühen Jahre aber wird für Toby zu einem Horrortrip.

Brillant inszeniert Tana French diesen Prozess aus Irrungen und

Wirrungen. Sie ist zudem eine Meisterin des Plots – ihrer

Geschichte kommt man nicht auf die Spur.

 

Krimikolumne unsere Programmmachers Volker Albers.

Das Buch gibt es in allen Filialen der Buchhandlung Heymann oder auch online (mit kostenfreiem Versand innerhalb Deutschland) hier.

Mi

21

Nov

2018

Grosses Finale - Tag 5

Mit einem neuen Besucherrekord von sagenhaften 12000 Zuschauern ist das 12. Hamburger Krimifestival zu Ende gegangen. Der heutige Tag brachte noch einmal Spannung pur und beste Unterhaltung - nicht zuletzt Dank dem Allgäuer Traum-Duo Klüpfel & Korb, die unseren Zuschauern beim Finale noch einmal mit Humor und Spannung richtig einheizten. Was für ein grossartiges Festival! Das gesamte Team sagt DANKE.

Wir freuen uns bereits auf kommendes Jahr.

Mi

21

Nov

2018

Spannende Gegensätze - Tag 4

Der vierte Tag des Krimifestivals war von vielen Gegensätzen geprägt. Angefangen von der quirligen Kinder-Krimi-Lesung der Hamburger Alster-Detektive mit Oliver Rohrbeck, über die sehr unterhaltsame und lockere Veranstaltung der charmanten Erfolgsautorin Nele Neuhaus (auch ihr Hund bekam seine 3 Minuten des Ruhms). Danach stellte sich  die Frage: "Finland, Sylt oder Helgoland?". Den Abschluss dieses facettenreichen Abends bildete die politische Krimilesung mit den Autoren Horst Eckart und Christian von Ditfurth. Letztlich brachte uns Michael Tsokos auch noch ein paar gruselige reale Fälle aus der Gerichtsmedizin nahe. Das war, wie bereits im Vorjahr, nichts für schwache Nerven.

Fr

09

Nov

2018

Krimi mit Humor? Festival Tag 3

Beim Wort Krimi denken wir an Mord, Rache, Blut, Opfer, Täter und Gewalt - aber nicht unbedingt an Humor.

 

Das dieser aber ebenfalls seinen Platz in der Krimiwelt hat, bewies Autor Jörg Maurer am dritten Tag unseres Festivals. Bereits das kurzweilige Gespräch mit Volker Albers zu Begin der Lesung brachte richtig Stimmung in den Saal. Dabei verriet uns Herr Maurer - der dieses Jahr sein 10. Jubiläum feiert - mit einem Grinsen im Gesicht, dass er sich nicht nur diverse Definitionen zum Titel "Unterholz" einfach ausgedacht hat - sondern mehr noch, dass er diese dann hartnäckig immer wieder in Wikipedia eingetragen hat - auch wenn diese immer wieder genauso hartnäckig gelöscht werden.

 

Tja, ein bisschen Spass muss eben sein.

 

 

Auch bei den weiteren Lesungen des gestrigen Abends durfte geschmunzelt und gelacht werden. Diese lockere Wohlfühlatmosphere und ein gewisser Spassfaktor sind es auch, die das Hamburger Krimifestival so besonders machen. Wir Danken allen Autoren, Moderatoren und Schauspielern des gestrigen Abends für spannende und zugleich heitere Unterhaltung! 

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